Neumünster und die Probleme der Digitalisierung

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Redakteur

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Überall im ganzen Land sprechen wir seit Jahren von einer Digitalisierung. Viel passiert ist allerdings nicht. Wer sich ummeldet oder einen neuen Pass braucht, bekommt bestenfalls den Termin online, muss aber nach wie vor zu einem Bürgerbüro. Der Akt ist also der gleiche wie vor 50 Jahren. Auch beim Netzausbau geht es nur schleppend voran. Der 5G Ausbau wurde als Hoffnungsschimmer vermarktet. Doch schon Anfang des Jahres, nach den Auktionen, wurde bekanntgegeben, dass ein flächendeckender Ausbau mit den Anbieter nicht zu machen ist. Zwar protestierte die Bundesregierung, nach der Corona Krise dürfte diese Protestnote aber verpuffen.

Foto: von ADMC auf Pixabay

Ein Digitalisierungskabinett sollte in Neumünster und in dem Bundesland die Zukunft gestalten. Ein neuer bürokratischer Akt wurde geschaffen, bei dem es auch um den Breitbandausbau und die KI-Strategie ging. In der Corona Krise zeigt sich die Digitalisierung von seiner hässlichen Seite. In den Sozialen Medien hat die Zensur deutlich zugenommen. Bestimmte Aussagen wurden durch die Regierung untersagt und werden im Rahmen von Upload Filter und anderen Maßnahmen zensiert. Mit Digitalisierung hat das aber wenig zu tun.

Neumünster Schulen in der Digitalisierung

Besonders betroffen sind Schulen in der Corona Krise. Bislang gibt es keine einheitliche Plattform für das Onlinelernen. Lange Zeit wurden diesen Planungen versäumt. Dennoch gibt es positive Beispiele. Die Freiherr-vom-Stein Schule in Neumünster nutzt bereits ein durchdachtes Medienkonzept, das integral eingebunden ist. Mit fast 600 Schülern und 43 Lehrern eine große Herausforderung. Digitale Geräte sind in der Schule normal und erwünscht und ein Teil des Konzeptes der Schule, das besonders in der Corona Zeit hilfreich war.

Dennoch sieht es in den meisten Schulen anders aus. Veraltete PCs, Internetzugänge oft mit Fragezeichen und das Onlinelernen wurde bisher noch nie erprobt. Dabei gab es bereits 2018 ein Plan in der Stadt Neumünster. Allerdings sollten gerade einmal 3,8 Millionen Euro für die Digitalisierung in den Schulen ausgegeben werden. Ein Tropfen auf den heißen Stein.

5G in Neumünster

Auch der 5G Ausbau hakt. Nicht nur wegen Corona. Dabei wurde der erste 5G Sendemast bereits Ende 2019 in Hattstedt aufgebaut. Eine winzigen Gemeinde mit 2.500 Einwohner. Ein Vorzeigeprojekt, dessen Nutzen aber in Frage gestellt wurde. Die größeren Regionen wurden bisher nicht oder nur gering ausgebaut. Für Neumünster plant die Telekom ein VDSL Supervectoring, das letztlich nur eine Schönheitsmaßnahme ist, aber kein wirklicher Ausbau.

Neue Technologien in diesem Jahr wird es vielfach geben, geht es aber um die Digitalisierung, drehen wir uns weiterhin im Kreis. Seit einigen Jahren haben wir den elektronischen Personalausweis. Das einzige was man damit machen kann, ist ein Führungszeugnis online zu bestellen. Ansonsten sind die neuen Funktionen nicht nutzbar. So sieht die Digitalisierung praktisch überall im Land aus. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist nicht viel passiert, außer, dass jedes Jahr neu darüber diskutiert wird und festgehalten wird, dass es große Versäumnisse gab.

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